Asus ROG Zephyrus Duo 15 im Test – Das erste gute Dual-Screen gaming Laptop

Laut Asus ist der Duo für "den Gamer, den Streamer und Kreative" gedacht.

Erscheinungsdatum
01/07/2020
Das ROG Zephyrus ist eine ultimative Gaming-Maschine, die von ASUS mit großer Sorgfalt entwickelt wurde. Es wird von der High-End 10th Gen Intel Core-i9 10980HK CPU und Nvidia's RTX 2080 Super mit Max-Q angetrieben. Es gibt eine 4K 60Hz Option für Designer und Full HD 300Hz für Gamer. Die Qualität ist Top, die Leistung überwältigend aber dafür ist der Preis leider auch entsprechend hoch.
Preis:
3.900€ - 4.500€
Unsere Wertung
8.3

Wenn du eine Rezension zu einem Laptop mit zwei Bildschirmen liest, interessierst du dich wahrscheinlich nur für ein Feature: die zwei Bildschirme. Die früheren Duo-Modelle von Asus, das ZenBook Duo und das ZenBook Pro Duo, waren zwar gute Geräte aber der zusätzliche Bildschirm hat ihren Premium-Preis nicht wirklich gerechtfertigt.

Asus‘ ROG Zephyrus Duo 15 ist da allerdings anders. Es ist das erste Gaming-Laptop den Asus mit dem Doppelbildschirm-System entwickelt hat. Die Software ist endlich an einem Punkt angelangt an dem der zweite Bildschirm wirklich nützlich ist und nicht nur ein Gimmick. Das Zephyrus Duo ist auch gleichzeitig eine Workstation mit High-End Hardware der Spitzenklasse.

Asus ROG Zephyrus Duo 15 – Technische Daten & Konfigurationsmöglichkeiten

CPU:1. Intel Core i9-10980HK @ 2.4GHz (bis zu 5.3GHz Turbo Boost), 8 Kerne / 16 mit Hyper Threading, 45W, 14nm
2. Intel® Core™ i7-10875H @ 2.3GHz (bis zu 5.1 GHz Turbo Boost), 8 Kerne / 16 mit Hyper Threading, 45W, 14nm
GPU:1. Nvidia GeForce RTX2080 Super Max-Q, 8GB GDDR6
2. NVIDIA GeForce RTX 2070 Super, 8GB GDDR6
RAM:32GB 3200MHz DDR4 (16GB fest eingebaut + 1 x 16GB SO-DIMM)
Bildschirm:Hauptdisplay:
1. 15.6” Matt 4K (3840 x 2160) 60Hz, 100% Adobe RGB, G-Sync |
2. 15.6” Matt Full HD (1920 x 1080) 300Hz/3ms, 100% sRGB, G-Sync
Zweitdisplay:
14.1” (3840 x 1100) Touchscreen
Speicher:2 Terabyte Samsung P981a PCIe Gen3 x4 NVMe SSD in Raid 0
Vorinstallierte Software:Microsoft Windows 10 Pro (1909)
GeForce Game Ready Driver 451.48
Screen Xpert (ROG Edition)
Armoury Crate
Xsplit Gamecaster
Audio:2 x 4W Lautsprecher mit Smart AMP
1 x 3.5mm Microphone-in
1 x 3.5mm Microphone-in/Headphone-out Kombo
Konnektivität:Intel WiFi-6 AX201 160MHz Band Unterstützung (2×2 WiFi 6 bis zu 2.4Gbps)
1 x USB 3.2 Gen 2 Type-C mit DisplayPort 1.4, Thunderbolt 3 und Aufladung
2 x USB 3.2 Gen 1 Type A
1 x USB 3.2 Gen 2 Type A
1 x HDMI 2.0b
1 x RJ45
Akku:90Wh Akku
240W Ladekabel
Type-C Aufladung 3.0 bis zu 65W
Produktabmessungen:360 x 268 x 20.9 mm
Gewicht:2.39kg

Für einen 15-Zoll-Gaming-Laptop ist das Zephyrus Duo ziemlich teuer – für die zwei Bildschirme zahlst du auf jeden Fall extra. Das zusätzliche „ScreenPad“ Display hat zwar sicherlich seinen Nutzen, Asus hat aber selbst noch nicht ganz herausgefunden wie man sein volles Potenzial ausschöpfen kann. Ich würde mit dem Kauf abwarten bis sich das Konzept weiterentwickelt hat.

Preis und Spezifikationen

Das Zephyrus Duo das ich getestet habe kostet – und jetzt halt dich fest – 4.500€. Es kommt mit Intel’s Core i9-10980HK Prozessor, 32GB RAM (DDR4) und 2TB SSD-Speicher. Der Star der Show ist Nvidia’s RTX 2080 Super Max-Q Grafikakrte, das High-End-RTX-GPU für dünne Gaming-Notebooks.

Das Zephyrus ist ähnlich wie die anderen Duo-Modelle von Asus aufgebaut. Mein Gerät hat ein 15,6-Zoll 4K UHD als Hauptdisplay. Du kannst auch ein 300Hz Full HD-Panel auswählen, was eine bessere Wahl wäre wenn du es hauptsächlich zum Spielen nutzt. Unterhalb dieses Bildschirms befindet sich das ScreenPad, ein 14,1 Zoll breites Touchscreen-Panel mit 3840 x 1100 Auflösung. Der zweite Bildschirm ist in die hintere Hälfte des Keyboard-Decks eingebaut und hebt sich beim aufklappen des Laptops leicht vom Gehäuse ab und neigt sich in einem Winkel von 13 Grad zu dir. In der vordere Hälfte ist die RGB-Tastatur mit einem kleinen Touchpad auf der rechten Seite eingebaut.

Das zweite Display

Das ScreenPad ist zu klein um damit effektiv zu arbeiten. Beim bearbeiten von Videos oder Bildern ist es wie du eine winziger externer Bildschirm, den man für Fenster nutzen kann die man nicht immer im Blickfeld haben möchte.

Ein Fenster von einem Bildschirm auf den anderen bekommt man wie gewohnt durch klicken und ziehen. Während du das tust erscheint ein kleines Menü mit Optionen, um das Fenster auf den zweiten Bildschirm zu schicken, es an den Launcher anzuheften oder es so zu vergrößern, dass es beide Bildschirme belegt.

Du kannst das ScreenPad für Slack, Twitter, Facebook, Spotify usw. nutzen, um sie immer leicht zugänglich zu halten aber bei der Arbeit aus dem Weg zu haben. Du kannst unten auch beispielsweise Referenzdokumente öffnen, während du oben arbeitest. Oder du kannst dir Notizen machen während du oben eine Vorlesung streamst. (Der Zephyrus unterstützt einen Stylus, es ist aber keiner im Lieferumfang enthalten).

Asus hat ein paar praktische Funktionen um dir zu helfen alles zu organisieren. Im Startmenü des ScreenPads kannst du schnell auf eine Reihe von Anwendungen zugreifen. Darunter ein virtueller Nummernblock, Handschrift (wo du auf das ScreenPad kritzeln kannst) und Schnelltaste (wo du auf verschiedene Befehle wie Ausschneiden, Kopieren und Einfügen zugreifen kannst). Du kannst alle Programme in diese Liste hinzufügen die du willst. Es gibt einen Knopf der sofort die Fenster der beiden Bildschirme vertauscht und die Größe automatisch anpasst. Und auch einen der die Tastatur sperrt und entsperrt. Und du kannst „Aufgabengruppen“ aus Apps oder Tabs erstellen, die du dann später mit einem einzigen Klick öffnen kannst.

Seit dem ersten Versuch mit dem ZenBook Pro Duo hat es Asus geschafft die Macken des ScreenPad zu beheben. Alles funktionierte so wie angepriesen. Die Größe der Fenster wurde automatisch angepasst und Fenster schlossen und öffneten sich wenn ich sie brauchte. Alles in allem funktioniert das ScreenPad für den täglichen Gebrauch einwandfrei.

Aber ob es gut zum Spielen geeignet ist, ist eine andere Frage.

Leistung

Das ist ein echtes Gaming-Laptop. Shadow of the Tomb Raider lief auf 1080p mit durchschnittlich 87fps. Und das mit allen Einstellungen auf Maximum und Raytracing auf Ultra. Das ist zwar nicht das beste Ergebnis das es jemals gab aber es ist nur minimal schlechter als das Razer Blade Pro 17, wo es mit durchschnittlich 95fps lief. In Civilization VI merkte ich, dass die Dual-Screen-Konfiguration recht nützlich ist. Hier erzielte der Zephyrus auf den höchsten Einstellungen durchschnittlich 145fps. Natürlich kann man diese Frameraten aufgrund des 60Hz-Displays aber nicht sehen. Ich würde regelmäßigen Gamern empfehlen sich für die 300Hz-Konfiguration zu entscheiden.

Ein zweiter Bildschirm ist auch beim Spielen eine großartige Ergänzung. Während du spielst kannst du Discord-Chats und Streams auf dem ScreenPad lassen, ein YouTube-Tutorial mitverfolgen, zwischen Spotify-Playlisten wechseln oder in MSI Afterburner die Performance im Auge behalten.

Es gibt aber nicht nur Positives zu berichten: Wenn du zum Beispiel Tomb Raider im Vollbildmodus ausführst und dann versuchst unten auf einen Discord-Chat zu klicken, wird das Spiel minimiert. Du kannst dieses Problem beheben indem du den Fenstermodus verwendest aber wenn du am ScreenPad herumklickst, wird das Spiel trotzdem beendet. Civ VI war besser mit dem ScreenPad kompatibel; das Spiel blieb geöffnet und lief weiter während ich zwischen den Bildschirmen hin- und her sprang. Beim Tippen in meinem Discord-Chat wurde der Ingame-Ton aber trotzdem abgeschnitten, so dass ich es eher vermeiden wollte den zweiten Display öfters zu nutzen. Bei beiden Spielen benutzte ich das ScreenPad am Ende hauptsächlich um Afterburner während des Spiels im Auge zu behalten.

Der Formfaktor des Duos hat seine Vorteile beim Spielen – besonders bei rundenbasierten Titeln wie Civilisation, bei denen man auch ab und zu einfach mal eine kurze Pause einlegen kann. Trotzdem ist es nicht unbedingt für alle Aufgaben optimal geeignet.

Laut Asus arbeitet das Unternehmen mit Spieleentwicklern zusammenarbeitet, um den zweiten Bildschirm in einige kommende Spiele einzubauen. In Dying Light 2 soll es zum Beispiel möglich sein, dass ihr eure Co-op-Chats, euer Inventar und eure Missionen auf dem zweiten Bildschirm im Auge behalten könnt. In einem Spiel wie Civ VI wäre es sicherlich eine große Hilfe, wenn ihr einige Statistiken und Overlays auf das ScreenPad verbannen und den primären Bildschirm für das Gameplay reservieren könntet. Diese Features gibt es allerdings noch nicht und das verringert den Nutzen des Dual-Screen-Setups.

Zumindest kann das Core i9 und 32 GB RAM Fotobearbeitung, Videobearbeitung und einen Haufen Chrome-Tabs ganz gut verkraften. Das ist aber natürlich bei den meisten High-End Gaming-Notebooks der Fall. Der Export eines 5-minütigen, 33-sekündigen 4K-Videos hat zwei Minuten und 56 Sekunden gedauert. Das ist schneller als das Dell XPS 17, das Alienware m15 r3 und das MSI GS66 Stealth. Nur das Razer Blade Pro 17 war mit zwei Minuten und 42 Sekunden ein bisschen schneller.

Gewicht und Akkulaufzeit

Das Einzige was man beachten sollte ist, dass das Zephyrus Duo nicht gerade das mobilste Laptop ist und das nicht nur weil es 2,39 kg wiegt. Ich habe bei alltäglichem Gebrauch (mehrere Chrome Tabs, Helligkeit auf 200 Nits und 2. Bildschirm auf 50%) eine durchschnittliche Akkulaufzeit von etwa einer Stunde und 48 Minuten gehabt. Das ist nicht unbedingt schlecht für ein 4K-Gaming-Notebook mit zwei Bildschirmen und einer RGB-Tastatur aber trotzdem ist das kein tolles Ergebnis – das Razer Blade Pro 17 hat bei gleicher Arbeitslast zweieinhalb Stunden geschafft.

Was die Kühlung angeht verwendet das Zephyrus Duo 15 die AAS Plus-Kühlung von Asus, die eine 28,5-mm-Belüftung hinter dem ScreenPad, fünf Heatpipes, vier Kühlkörper, eine besondere Wärmeleitpaste namens Liquid Metal und einen Anti-Staub-Kanal beinhaltet, der Schmutz vom Gehäuse weg bläst, damit sich nichts auf den Lüftern ansammelt. Dank des Kühlsystems wurde der Prozessor während dem Betrieb nicht gedrosselt. Die Unterseite des Gehäuses wurde aber so heiß, dass ich den Laptop nicht mehr auf meinem Schoß benutzen konnte, selbst wenn keine Spiele liefen.

Das Touchpad ist leider auch nicht das wahre. Es befindet sich rechts neben der Tastatur und ist ziemlich klein geraten. Das Touchpad kann man zumindest auf Knopfdruck zu einem Touchscreen-NumPad umfunktionieren, was ganz gut funktioniert. Da es keine Handgelenkstütze gibt, ist die Tastatur nicht besonders bequem zu bedienen, weil man nirgendwo seine Hände ablegen kann. Der Zephyrus wird mit einer Handgelenkstütze aus Gummi geliefert, was zwar schön ist, aber nicht sehr hilfreich. Ich kann mir vorstellen, dass jeder der es kauft sofort den Drang verspüren wird eine Maus einzustecken. Keines dieser Kritikpunkte ist ungewöhnlich für eine 15-Zoll-Workstation aber wenn du nach einem Laptop suchst, mit dem du auch gelegentlich auf der Couch chillen kannst, ist das Zephyrus Duo 15 nicht das richtige.

Anschlüsse

Die gute Nachricht ist, dass man eine große Auswahl hat was Ports angeht. Auf der linken Seite ist der Akku-Anschluss und jeweils ein separater Mikrofon- und Kopfhöreranschluss. Auf der rechten Seite befinden sich zwei USB-A-Anschlüsse und ein USB-C mit DisplayPort, Thunderbolt 3 und Power Delivery 3.0. Zusätzlich hat es noch einen weiteren USB-A-, einen Ethernet- und einen HDMI-Anschluss auf der Rückseite.

Fazit

Insgesamt ist das Asus ROG Zephyrus Duo 15 ein leistungsfähiges Gaming-Laptop. Allerdings ist das 60Hz-4K-Display ist nicht wirklich für Gamer geeignet. Und seien wir ehrlich: Asus mag zwar versuchen diesen Laptop an Content-Ersteller zu vermarkten – aber es ist immer noch ein ROG Zephyrus und damit auch ein Gaming-Laptop.

Wenn man bedenkt, dass man das Razer Blade Pro 17 für über Tausend Euro günstiger bekommt, dann sollte man sich gut überlegen ob man wirklich 1.5 Terabyte mehr Speicherplatz und einen kleinen zweiten Bildschirm braucht.

Das ScreenPad ist zwar nützlich aber nichts revolutionäres (zumindest noch nicht). Ich kann ich mir nicht vorstellen das man es im Alltag oft benutzen würde. Keine Frage – das Asus ROG Zephyrus Duo 15 ist ein beeindruckendes Gerät und es ist Toll zu sehen was heutzutage alles möglich ist. In der Zukunft könnte es 4.500€ wert sein – im Moment ist es das aber meiner Meinung nach noch nicht.

Asus ROG Zephyrus Duo 15
Wenn du schon immer ein Laptop mit Zweitdisplay haben wolltest, das eine super Leistung hat und trotzdem extrem elegant aussieht, dann könnte das ROG Zephyrus Duo genau das sein wonach du suchst. Für so eine Kombi musst du dann aber auch ordentlich was draufzahlen.
Optik
8.8
Funktionen
9
Leistung
8.8
Materialität
9
Preis-Leistung
6
Leserbewertung0 Bewertungen
0
Positiv
Zweiter Bildschirm ist nützlich für Multitasking
Gute Leistung in Spielen
Niedrige Temperaturen trotz High-End Hardware
Tolles 4K 100% Adobe RGB Display
Negativ
Keine Webcam
Ziemlich teuer
Unvorteilhafte Platzierung von Tastatur und Touchpad
Kein SD-Kartenleser
8.3
Zwei Bildschirme, ein glücklicher Gamer

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Optik
Funktionen
Leistung
Materialität
Preis-Leistung
Finale Bewertung

Weitere Beiträge
EA entschuldigt sich dafür, dass in UFC 4 Fullscreen-Werbung geschaltet wurde